Irgendwie anders.

In der vergangenen Woche musste ich mal wieder auf Seminar fahren. Yay. Nicht.

Diese Seminare sind fester Bestandteil meines FSJ’s und insgesamt finden in dem Jahr fünf Seminarwochen á 5 Tage statt. Jedes Mal am Arsch der Welt, jedes Mal in einer heruntergekommenen Jugendherberge.

Unsere Gruppe besteht aus 36 Leuten. 36 Leute, die irgendwie alle anders sind, als ich es bin. Manchmal komisch.

Die Wochenenden bestehen quasi ausschließlich aus saufen und feiern gehen und die Arbeit wird bestenfalls nicht ganz so ernst genommen.

Diese Einstellung verfolgt dann aber auch jeder einzelne auf Seminar. Workshops? Nein danke. Komasaufen? Yeah!

Diese Wochen sind für mich manchmal wie der reinste Kulturschock. Und natürlich frage ich mich dann, ob ich eigentlich normal bin, mit meinen 18 Jahren.

Ich bin seit fast drei Jahren in einer glücklichen Beziehung, habe in meinem Leben nicht mehr als zwei Saufeskapaden gehabt und ziehe einen gemütlichen Abend zuhause oder in einer Bar tausend mal einer Disko vor. Ich mag das Gefühl wirklich betrunken zu sein einfach nicht. Viel lieber bin ich Herr meiner Sinne.

Ich habe ganz genauer Pläne für mein Leben. Studium, Karriere, Haus kaufen, heiraten, Kind(er) kriegen. Ich arbeite an fast jedem Tag auf diese Ziele hin. Meine Altersgenossen scheinen lediglich darauf fokussiert zu sein, wie sie sich möglichst erfolgreich einen guten platz in der Cliquenhierarchie verschaffen.

Noch so eine Sache, die anders ist. Ich mag dieses Cliquengehabe nicht. Ich habe lieber wenige, aber dafür echte Freunde. Freunde, auf die ich mich immer, ganz ohne Einschränkung verlassen kann. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich für einen wirklich großen Freundeskreis gar keine Zeit hätte. Neben zwei Jobs, einem Hund und einem Haushalt, der erledigt werden will, habe ich auch noch einen Mann, mit dem ich gerne Zeit zu zweit verbringe. Das alles ist mir so wichtig, da käme etwas anderes niemals heran.

Vielleicht ist es einfach so. Vielleicht habe ich ganz andere Prioritäten als die anderen Leute in meinem Alter.

Ganz bestimmt aber bin ich furchtbar glücklich mit meinem Leben, wie es momentan ist.

2014, 2015 und wofür ich dankbar bin

2014. Ich habe so lange auf dieses Jahr gewartet. Es herbeigesehnt wie sonst nichts auf dieser Welt. Aber es hat sich so verdammt sehr gelohnt. 2014 war ein turbulentes, stressiges, erfolgreiches, enttäuschendes, prickelndes, einsames, geselliges, spritziges, emotionales, hitziges, wunderbares Jahr. Es war das Jahr, in dem ich meinen Führerschein gemacht, mein Abitur bestanden und meine Heimat verlassen habe. Es war das Jahr, in dem ich mein FSJ begonnen habe und auch das Jahr, in dem ich die Zusage für mein duales Studium bekommen habe. Es war das Jahr, in dem mein Herzmann und ich endlich in unsere eigenen vier Wände gezogen sind und diese auch so gut wie vollständig eingerichtet haben. 2014 war das Jahr, in dem ich das erste Mal seit 13 Jahren wieder geflogen bin und Dublin besucht habe. Es war das Jahr unseres ersten gemeinsamen Urlaubes und meiner ersten Momente an der irischen Küste. Es war das Jahr, in dem ich volljährig und damit auf dem Papier erwachsen geworden bin. Es war aber auch das Jahr, in dem ich mich kein Stück erwachsener fühlte, als in dem zuvor. Es war das Jahr, in dem ich die Arbeit in der Grundschule begann und meine grenzenlose Liebe für Kinder entdeckte, aber gleichzeitig erkannte, dass ich niemals mein Leben lang Lehrerin sein könnte. Es war ein Jahr voller Höhen und Tiefen, aber wenn ich daran zurück denke, denke ich fast ausschließlich an die höchsten Höhen. 2014 war ein tolles Jahr. Doch jetzt ist es vorbei.

2015. Jetzt fängt es an. Ein Jahr, in dem ich mein FSJ abschließen werde, mich von meinen kleinen Goldschätzen verabschieden muss, den dritten Jahrestag mit meinem Herzkerl feiern werde und unsere kleine aber äußerst feine Wohnung fertig einrichten werde. Ein Jahr, in dem ich mein lang ersehntes duales Studium beginnen werde, in dem ich meinen 19. Geburtstag feiern werde und in dem der Liebste und ich hoffentlich auch noch einen kleinen Urlaub unterbringen können. Ein Jahr, in dem ich mir fest vornehme, meinen Lebensstil und meine Angewohnheiten zu ändern. Ich will mich nicht verbiegen, aber an mir arbeiten. Mich mehr bewegen, gesünder leben. Mich so gut wie es nur geht auf jeden Tag vom Rest meines Lebens vorbereiten. Ein Jahr, in dem ich hoffentlich weiterhin ein Teil einer so grandiosen Familie sein darf und weiterhin so akzeptiert werde, wie es bisher der Fall war. Ein Jahr, in dem ich hoffentlich genauso unterstützt werde wie im letzten und ein Jahr, in dem ich diese Unterstützung hoffentlich jedem mindestens genauso zurückgeben kann. Ein Jahr, in dem ich andere hinter mir stehen weiß, und allen, die ich liebe, jederzeit den Rücken stärken kann. Ein Jahr, in dem ich auf so wenige Katastrophen wie möglich hoffe und so viel Glück, wie ich eben brauche, um es zu einem guten Jahr zu machen.

2015 – Hoffentlich auch ein Jahr voller Überraschungen.

Aber bei all den Dingen, die ich mir für das kommende Jahr wünsche, und die im vergangenen Jahr passiert sind, gibt es ein paar Dinge, für die ich dankbar bin, jeden Tag aufs Neue:

Für meinen liebevollen Mann, der auch in Zeiten bei mir blieb, in denen ich mich selbst wohl verlassen hätte. Der der zuverlässigste Mensch ist, den ich kenne, und der mich kennt, wie es kein anderer tut. Für die Tatsache, angekommen zu sein und genau zu wissen, dass ich den Rest meines Lebens um jeden Preis an seiner Seite verbringen will.

Für seine Familie. Für diese liebevolle Art, den nicht aufhörenden Humor, für das Verständnis, die Unterstützung, die Bemühungen die immer kleiner werdende Sprachbarriere trotzdem zu überwinden und die uneingeschränkte Akzeptanz.

Für meine Schwester. Für bedinungslose Liebe, auch wenn wir uns Wochen lang nicht gehört haben. Für nicht enden wollendes Vertsändnis. Für ehrliche Gespräche und die besten Ratschläge der Welt.

Für meinen Job. Für die Erfahrung mit meinen kleinen Grundschulgoldschätzen und die Möglichkeit, dort zu helfen, wo es am dringendsten gebraucht wird. Für die zahlreichen Lacher, die die Kinder mir in dieser Zeit schon beschert haben. Für Tränen der Rührung, die sie in mir auslösten, mit den unglaublichen Fortschritten, die sie alle in den letzten sechs Monaten erreichten.

Für mein Leben, wie es jeden Tag ist.

Manchmal kommt es anders als man denkt.

When you got it
You got it
A place to overthrow
We’ve got friends here
A new family
A home away from home

Familie. Was ist das? Die Gruppe, in die man hinein geboren wird? Die Menschen, die dich großziehen? Die Menschen, deren genetisches Erbgut du in dir trägst?

Meiner Ansicht nach ist Familie viel mehr als das. Jeder Mensch ist in gewisser Weise mit einem anderen verwandt, die Verwandtschaft liegt nur bereits ein par Millionen Jahre zurück, in den meisten Fällen.

Ich verstehe unter Familie eher die menschen, die dich auffangen, wenn du denkst, dass es nur noch bergab gehen kann. Die dir Mut machen, wenn die Sorgen alles überschatten und die dir die Hand reichen, wenn du am Boden liegst und alleine nicht mehr hoch kommst.

Familie ist, wenn du akzeptiert wirst, wie du bist und dich nicht rechtfertigen musst. Wenn du wertgeschätzt wirst und das Gefühl hast, endlich angekommen zu sein. Wenn du dich nicht mehr verstellen musst und dir allen Frust, allen Kummer und alles Glück von der Seele reden kannst, weil du weißt, dass es Gehör findet.

Ich habe unheimliches Glück gehabt in den letzten zwei Jahren. ich habe früh erkannt, wer die Bezeichnung Familie, wie ich sie definiere, verdient und wer nicht. Ich habe Menschen gefunden, für die ich eigentlich keine Worte finde, weil sie mir so viel gegeben haben, dass ich es in einem ganzen Leben wohl nicht mehr zurück geben kann. Ich wurde von Menschen in den Arm genommen, die mich kaum kannten. Ich wurde getröstet, aufgemuntert und ermutigt von Menschen, die noch nicht sehr lange Teil meines Lebens sind. Ich habe erfahren was es heißt, sich wirklich willkommen zu fühlen.

Mehr noch: ich habe den Ort gefunden, an dem ich mich immer Zuhause fühle. Wenn ich nur as Schild auf der Autobahn in diese Stadt sehe, kribbelt es in meinem Bauch. Es ist ein Kribbeln, das meine unbeschreibliche Vorfreude ausdrückt. Die Aufregung, die Endorphine beim bloßen Gedanken daran, endlich an genau diesem Ort zu leben, mit der Liebe meines Lebens an meiner Seite. An dem Ort, wo meine Familie ist. Da, wo ich jederzeit aufgefangen werde. Da, wo ich immer willkommen bin. Herzheimat eben.

Für mein Herz.

Lange schon war ich nicht mehr so schlaflos wie in diesem Moment. Ich sitze hier, weiß nichts mit mir anzufangen, spüre die Müdigkeit langsam und gewaltig in mir aufsteigen, kann aber einfach nicht schlafen. Zu viel in meinem Kopf, das mich beschäftigt. 

Dieser Tag war der erste Schritt in die richtige Richtung. Die erste positive Rückmeldung seit langer Zeit, der erste Stein für das Haus, das wir uns sinnbildlich nächstes Jahr zusammenbauen wollen. Mein erster kleiner Beitrag zu unserer gemeinsamen Zukunft. 

Alles scheint schnell, vergänglich, kompliziert zu sein. Und inmitten von all diesem Getümmel stehe ich und schaue mit großen Augen umher. Kann ich da überhaupt mithalten? Ich will es, koste es was es wolle. Nur nicht uns, das ist die einzige Bedingung. 

Immer wieder stelle ich mir gedanklich die selben Fragen: „Wer will ich sein? Wie will ich sein? Wie erreiche ich das? Wirst du bei mir bleiben?“ Diese Zweifel schreien manchmal lauter, als ich die Kopfhörer überhaupt einstellen kann. Ich fühle mit jeder Faser meines Herzens, dass du mich so ehrlich und aufrichtig liebst wie man es nur tun kann, aber der Blick zur Konkurrenz macht diese Sicherheit immer wieder ganz klein. Weshalb ich? Weshalb das kleine, kaputte Mädchen? 

In Momenten wie diesen, in denen ich schlaflos hier sitze, weiß ich es ganz sicher: 

Weil wir perfekt füreinander sind. 

Du und ich, das gehört zusammen wie Zimt&Zucker, wie Sonne&Strand, sogar wie Steve Jobs und Apple. (Ahoi, hier spricht die Frau eines Apple-Fans, nur damit ihr Bescheid wisst.) Egal, wie sehr wir auch streiten, wenn ich dir tief in die Augen schaue weiß ich, dass du mein zweiter Teil bist. Der, der mich jeden Tag ein bisschen besser macht und mir immer so viel abnimmt, dass ich neue Aufgaben bewältigen kann. Du bist der Mensch, der seit fast zwei Jahren hinter mir steht wie kein anderer und der nie den Glauben an mich verliert. Du bist der Mensch, dem ich blind alles anvertrauen würde und auf den ich mich immer verlassen kann. Mein Fels in der Brandung, der schon die härtestes Wellen ausgestanden hat. Für mich und mit mir. 

 

Du bist der Mensch, mit dem ich eines Tages alt und grau Spaziergänge durch den Park machen will, während wir Händchen halten und uns über die Jugend aufregen. Du bist mein Ein und Alles

 

Danke. Danke für 643 Tage. 21 Monate, die bald schon zwei Jahre sein werden. Danke, dass du mich immer wieder auffängst. Du bist das Beste, was mir je passieren konnte. 

Kein Blick zurück

Wir fahren. Die Musik ist laut, wir schauen uns an und lächeln verliebt. Du singst laut und so schön, wie man es sonst nur im Radio hört. Ich singe auch, nicht ganz so laut und lange nicht so schön wie du, aber in diesem Moment ist alles egal, denn wir fahren. Berge und Täler hinter und vor uns, und alles scheint zu verfliegen. Nur wir und die Fahrt. 

Geschwindigkeit hüllt uns ein, die kommenden Tage machen Lust auf mehr. Mit dir habe ich Lust auf alles. 

Wir fahren und fahren. „Wann sind wir da?“, frage ich ab und zu. Du schmunzelst. Wir fahren gegen die Zeit, doch tatsächlich ist es egal. Wir beide in diesem Moment, die Musik, die unsere Herzen beben lässt: Das ist es doch was zählt. 

Du nimmst die nächste Abfahrt, bald sind wir da. Ich sehe das Schild, wir sind da. Herzstadt. Heimat. 

Ich war noch nicht oft hier, doch immer fühle ich mich sofort, als würde ich endlich nach Hause kommen. Endlich Ruhe finden. Endlich ankommen. Wir steigen aus dem Auto. Ich atme die Luft ein. Das tut so wahnsinnig gut. Du schaust mich an. Dein Blick – Mein Seelenheil. 

Diese Stadt ist meine Zukunft, ich kann es spüren. Unsere Zukunft, besser gesagt. Nichts erinnert mich hier an all den Schmerz der vergangenen Jahre. Die Luft ist rein von allen negativen Erlebnissen, nur die guten warten auf uns. 

Du und ich. Hand in Hand. Im Kurzurlaub. Der Vorgeschmack auf unsere Zukunft. Auf das Leben, in dem es nur dich und mich gibt. In unserem Liebesfilm, in dem der Fokus auf uns beiden liegt und der Rest gänzlich unscharf ist. Aber wozu auch? Wir sind ja endlich angekommen. Und wir schauen nicht mehr zurück. 

Mein Weg ins Glück

Noch 25 Tage bis ich endlich Geburtstag habe. Momentan fühle ich mich ein wenig wie ein kleines Kind, das unbedingt die Tage bis zu seinem Geburtstag zählen muss. Alles was ich weiß ist, dass dieser Geburtstag etwas besonders werden wird. Ich werde zwar nur 17, aber es ist der letzte Geburtstag bevor ich endlich 18 werde und mein eigenes Leben beginne, mit dem Mann meines Lebens an meiner Seite.

Die Zeit scheint an mir vorbeizufliegen. Es kommt mir so vor, als wäre der letzte Geburtstag gerade einmal ein paar Wochen her, aber bald steht schon der nächste vor der Tür.

An unseren ersten Kuss erinnere ich mich so, als wäre es gestern gewesen, doch in 12 Tagen sind wir bereits seit 16 Monaten ein Paar. Wo geht die Zeit nur hin?

Es fehlen noch zwei Klausuren, dann habe ich für dieses Jahr alles hinter mir. Bis September. Und dann schreibe ich noch 18 Klausuren, bis ich fertig bin. Fertig mit der Schule. Nie wieder Hausaufgaben. Nie wieder eine Stufe, die man am liebsten komplett umbringen würde. Nie wieder Sportzensuren, die demütigend sind. Ich kann endlich alles austauschen, gegen das Leben, dass ich seit fast zwei Jahren so dringend führen möchte. ich kann arbeiten gehen, mein eigenes Geld verdienen, ausziehen, und meinen eigenen Haushalt aufbauen.

Ich werde mein kleines Hundebaby wiederhaben und zusammen mit der kleinen Fledermaus und meinem Traummann eine kleine glückliche Familie haben, in meiner Herzheimat. Ich werde ein Jahr mit Kindern arbeiten dürfen und mich voll und ganz auf die Mission Führerschein konzentrieren können. Ich werde die Zeit haben mich zu verwirklichen und den Studienplatz zu bekommen, den ich wirklich haben will. Ich habe so viele Möglichkeiten und werde sie alle auskosten.

Wer meine Pläne hört, sagt zunächst einmal immer, dass ich mir alles ja viel zu leicht vorstelle. Aber warum sollte ich? Ich bin mir über alle Gefahren und Probleme im Klaren, über all die Schwierigkeiten und Dinge, die ich bedenken muss, aber darüber bin ich längst hinaus. Ich habe alles durchkalkuliert, mehr als einmal, habe die ersten Jobs in Aussicht und weiß genau was ich will und wohin ich will.

Ich werde ein klasse Abi hinlegen und mich so auf den Weg in meine Zukunft machen. Ein Zukunft, in der es nur mich und ihn gibt (und unser Hundebaby) und sonst nur die Menschen, die uns gut tun.

Ich will nie wieder gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Keine Menschen mehr in meinem Umfeld, die mir offensichtlich nicht gut tun. Keine hinterlistigen Personen mehr, die sowieso nichts können, als Unwahrheiten zu verbreiten. Einfach leben.

Natürlich kann ich nicht wissen, was die Zeit so bringt, aber ich weiß wohin ich will. Ich weiß genau, dass ich momentan den richtigen Weg gehe und den tollsten Mann der Welt habe, der mich bei allem was möglich ist unterstützt. Ich liebe ihn so sehr und ich freue mich auf nichts mehr, als auf unsere gemeinsame Zukunft.

2012 – Ein Jahr voller Veränderungen

„All is quiet on New Year’s Day.
A world in white gets underway.
I want to be with you, be with you night and day.
Nothing changes on New Year’s Day.
On New Year’s Day.“

(U2 – New Year’s Day)

Das vergangene Jahr war das mit Abstand prägendste bisher. In meinem Leben hat sich viel geändert, und insgesamt würde ich sagen, dass es sich zum Guten gewendet hat. Das entscheidendste in diesem Jahr war wohl, dass der Mann, den ich über alles liebe, endlich in mein Leben getreten ist. Ja, so verrückt es klingen mag und so unkonventionell es auch ist, Twitter hat mir meinen Herzkerl beschert, mit dem ich morgen bereits ganze zehn Monate zusammen bin. Genauer gesagt bescherte mir Ed Sheeran den Mann, der mein Leben veränderte, und der mich seit zehn Monaten zum glücklichsten Mädchen der Welt macht, weil er einfach ohne jede Einschränkung immer da ist, wenn ich ihn gerade brauche. In diesen zehn Monaten hat sich eigentlich mein gesamtes Leben umgekrempelt. Von einer zweimonatigen Fernbeziehung über den verrücktesten und wundervollsten Mann, der sogar seinen Wohnsitz für mich aufgab, bis hin zu einer völligen Veränderung meiner selbst und meines privaten Umfelds standen wir gemeinsam alles durch. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Wir haben gemeinsam so viel erlebt. Wir hatten unsere Hochs und Tiefs, wobei die Hochs eindeutig überwogen. Beispielsweise das Konzert von Ed Sheeran, ein Erlebnis, das ich sicher nie vergessen werde. Wir standen da, ich in seinem Arm, und lauschten dem Musiker, der uns zusammen führte. Manche mögen es Zufall nennen, andere Glück. Ich nenne es Schicksal, weil ich davon überzeugt bin, dass das alles einen weitaus höheren Sinn hat, als wir es uns zu erträumen vermögen.

Es waren die kleinen Dinge, die mir immer wieder bewusst machten, dass er der Mann ist, dessen Nachnamen ich eines Tages unter Tränen annehmen will, denn er ist mit Abstand das Beste, was mir je passiert ist. An dieser Stelle: Ben, ich liebe dich!

Abgesehen von der Liebe, mit der ich in diesem Jahr mein ganz großes Glück gefunden habe, besann ich mich auch wieder auf mich selbst. Schule. Ziele erreichen. Das machen können, was ich mir schon immer erträumt habe. All‘ das war letzten Endes nur möglich, weil der tollste Mann der ganzen Welt immer bedingungslos hinter mir gestanden hat, und ich so die nötige Ruhe hatte mich wieder auf mich selbst und meinen eigentlich immer fortwährenden Ehrgeiz zu konzentrieren.

In ein paar Stunden wird dieses Jahr vorüber sein. Trotz aller Schwierigkeiten, aller Tiefs und aller Phasen, in denen ich dachte ih würde an all dem Druck kaputt gehen, werde ich mich an dieses Jahr immer als ein unfassbar gutes und vor allem sehr wichtiges für mich selbst betrachten.

Entgegen aller Erwartungen schaffte ich es endlich mich gegen alles Schlechte zu wehren und alles aus meinem Leben verbannen zu können, was mich Jahre lang ausbremste und daran hinderte, mich selbst zu verwirklichen.

2012 hat mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Viel wichtiger, als immer allen Erwartungen zu entsprechen. Letztendlich zählt nicht, wie beliebt oder unbeliebt man ist, wie viele vermeidliche Freunde man hat oder wie viele Menschen dir zum Geburtstag gratulieren. Die Leute, die dich absolut kennen, dich so akzeptieren und versuchen dich zu unterstützen, wo sie nur können, sind es, die wirklich zählen. Es sind eben diese Menschen, die dir zu deinem Geburtstag gratulieren, weil du ein sehr wichtiger Mensch für sie bist, und nicht weil ihr Facebook-Kalender gerade anzeigt, dass heute dein großer Tag ist.

Die kleinen Dinge im Leben machen es so wertvoll. Die kleinen Aufmerksamkeiten, die eine Beziehung frisch halten. Die kurzen Anrufe, die der Freundin zeigen, wie wichtig sie einem auch ohne großen Anlass ist, oder die kleine Überraschung für die liebe Mitbewohnerin, die immer ein großes Herz und ein noch größeres offenes Ohr hat, egal was dich gerade bedrückt.

Nicht mehr lange, und das Jahr wird Geschichte sein, auch wenn darüber gerade wahrscheinlich die wenigsten nachdenken. Die meisten stehen gerade vor dem Spiegel und überlegen sich was sie anziehen sollen, oder viel besser noch, was sie sich für das nächste Jahr so vornehmen werden.

Gute Vorsätze, wer kennt sie nicht? Jedes Jahr wieder. Doch was, wenn man sich nicht mehr vornehmen will oder kann, als das nächste Jahr genauso zu leben, sie das vergangene. Wenn man nicht mehr will, als die Liebe seines Lebens zur glücklichsten Person der Welt zu machen und sich selbst treu zu bleiben, komme was wolle? Ich habe lange über meine guten Vorsätze für das neue Jahr nachgedacht. Ich will gesünder leben. Mehr Sport treiben, meine Ernährung umstellen. Natürlich denkt sich jetzt fast jeder, das sagen sie ja alle. Ja, das stimmt. Wahrscheinlich sagt das jeder, aber ich habe den weltbesten Unterstützer der Welt, denn ich weiß, egal was kommt, er wird mir in den Arsch treten, damit ich meine Ziele erreiche. Und mehr noch: Er passt auf mich auf, als würde ich mit mir auch etwas an ihm kaputt machen. Wenn ich also so darüber nachdenke bin ich der Meinung, dass es viel wichtiger ist, seine Mitmenschen gut zu behandeln. Nicht egoistisch zu handeln, und sich, wenn man schon an sich selbst denkt, vornimmt nur mit den Menschen zu tun zu haben, die einem auch wirklich gut tun. Hier also ein Vorsatz, den vielleicht alle befolgen sollten, um damit die Welt mit all‘ ihren Fehlern ein wenig erträglicher zu machen: Im nächsten Jahr sollten wir alle ein wenig mehr auf die Menschen rechts und links von uns achten, denn eine Ellbogengesellschaft tut niemandem gut.

Abschließend gehe ich mit einem sehr guten Gefühl ins neue Jahr. Ich weiß, auf welche Menschen ich mich immer verlassen kann, und wer auch meine Unterstützung absolut immer verdient hat. Ich habe sehr viel über mich gelernt und erkannt, was wirklich wichtig ist, damit ich abends mit einem Lächeln einschlafen kann. Und noch viel wichtiger: Mein Herzkerl wird mich ins neue Jahr küssen. Was soll da also groß schief gehen?

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Silvester, eine gute Party und einen noch besseren Rutsch ins neue Jahr! Auf Liebe, Glück, die richtigen Freunde im Leben und die Möglichkeit, sich selbst immer treu zu bleiben!